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SKFM-Ahrweiler e.V. |  Kath. Verein für soziale Dienste für den Landkreis Ahrweiler  
20.11.2019
Rückblick: Erfahrungsaustausch in Bad Breisig

Wenn Betreute oder Vollmachtgeber sterben ...

Zu diesem Thema fand der Erfahrungsaustausch am 20.11.2019 in Bad Breisig statt. Dr. Andreas Reuther sprach mit Betreuerinnen, Betreuern und Vorsorgebevollmächtigten. Zum Erfahrungsaustausch treffen sich regelmäßig ehrenamtliche Betreuerinnen, Betreuer und Vorsorgebevollmächtige der beiden Betreuungsvereine der Ev. Kirchengemeinden in der Rhein-Ahr-Region und vom SKFM – Ahrweiler.

„Wenn der Betreute oder Vollmachtgeber im Sterben liegt“

war das Schwerpunktthema beim letzten Treffen im Katholischen Pfarrheim von Bad Breisig. Viele der Teilnehmenden begleiten die ihnen Anvertrauten bis zum Tod. Von Dr. Andreas Reuther wollten sie mehr über dieses Thema wissen. Und dieser erklärte die einzelnen Phasen des Sterbens, wobei es keinen starren Ablauf gibt. Vielmehr sei es sehr individuell, wie jeder einzelne die Phasen durchlebt, vom Nicht- Wahrhaben-Wollen über Zorn, Verhandeln, Niedergeschlagenheit bis hin zur Zustimmung, so der Mediziner. Schließlich geht es darum, den Menschen in seinen Zuständen zu verstehen, um ihn auch in der depressiven Phase erreichen zu können.

Dr. Reuther verwies auf die Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross, die sich jahrelang wissenschaftlich mit dem Sterben beschäftigt und die fünf oben genannten Phasen immer wieder beobachtet hat. Sterben ist kein linearer, sondern ein individueller Prozess. Die von Kübler-Ross benannten Phasen dienen also als „Richtlinie“, um den Sterbenden besser zu verstehen und zu begleiten. Sterbende und auch Angehörige erleben die Gefühle von der Angst vor dem Tod und von der Hoffnung auf ein Wunder. Und das gilt für alle Phasen. Auch für Betreuer und Vorsorgebevollmächtige ist das Sterben der ihnen anvertrauten Person ein Gedanke, den man lieber verdrängt. So beantwortete Dr. Andreas Reuther viele Fragen und wies auf die Hilfen des ambulanten Hospizvereins hin, denn auch als Betreuer und Vorsorgebevollmächtigter ist man in dieser Situation nicht allein.

06.11.2019
Rückblick: Infoveranstaltung zu dem Thema "Patientenverfügung"

Erstellen einer Patientenverfügung

"Wie kann ich Vorsorge treffen für den Fall, wenn ich selbst meine Angelegenheiten nicht mehr regeln kann?"

Eine wichtige Frage, denn es geht um medizinische Behandlungen, die man am Lebensende möchte und eher ablehnt. Und damit geht es auch um das Erstellen einer Patientenverfügung.

79 Zuhörerinnen und Zuhörer waren in die Familienbildungsstätte von Bad Neuenahr gekommen, um mehr von Rechtsanwalt David Schnöger und dem Dipl. Theologen Albert Krämer zu erfahren. Die Leitung des gemeinsamen Abends vom Betreuungsverein der Ev. Kirchengemeinden in der Rhein-Ahr-Region und vom SKFM – Ahrweiler lag in den Händen von Ralph Seeger, SKFM.

Rechtsanwalt David Schnöger sprach von den gesetzlichen Grundlagen einer Patientenverfügung und thematisierte das BGH-Urteil vom Juli 2016, das Auswirkungen auf bereits bestehende Patientenverfügungen hat. So verlangt das Gesetz konkrete Formulierungen der Patientenverfügungen, wobei die Betreuungsvereine im Kreis Ahrweiler bei notwendigen Korrekturen beratend zur Seite stehen können.

Albert Krämer berichtete vom Krankenhausalltag und von der Arbeit des Ethik-Komitees. Von ihm war es interessant zu erfahren, wie der mutmaßliche Wille eines Patienten ermittelt wird, wenn keine schriftliche Patientenverfügung vorliegt oder die vorliegende Patientenverfügung nicht auf die Behandlungssituation angewandt werden kann.

Im dritten und letzten Teil gab Ralph Seeger praktische Hilfestellungen zur Erstellung einer schriftlichen Patientenverfügung. Auch Seeger betonte mit den anderen Referenten, wie wichtig es sei, Patientenwünsche am Lebensende mit den Angehörigen, Bevollmächtigen und Vertrauenspersonen zu besprechen, damit diese ggf. den Patientenwunsch auch bestätigen können. Außerdem kann ein Bevollmächtigter die Wünsche besser um- und durchsetzen, wenn er diese vom Betroffenen vorher selbst gehört und mit ihm besprochen hat.

Das Publikum bedankte sich für die ausführliche und kompetente Darstellung dieses wichtigen Themas mit herzlichem Applaus. Wer außerdem mehr zu den Themen „Vorsorgevollmacht“ und „Betreuungsverfügung“ von Rechtsanwalt David Schnöger und Ralph Seeger wissen will, kann am 28. April 2020 um 18.00 Uhr (Termin unter Vorbehalt) in die Familienbildungsstätte Bad Neuenahr, Weststraße 6, kommen.

Auch dieser Abend stellt sich wieder der Vorsorge, wenn man selbst seine Angelegenheiten nicht mehr regeln kann. Um Anmeldung wird gebeten. Guten und kostenlosen Rat geben die beiden Betreuungsvereine:

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